Essgewohnheiten-Kinder

4 Ernährungsgewohnheiten, die du von Kindern lernen kannst

Kinder müssen lernen, ordentlich zu essen: Besteck zu benutzen. Nicht zu lümmeln. Nicht mit vollem Mund zu sprechen. Das Essen nicht auf den Tisch, aufs frische T-Shirt oder an die weiße Zimmerwand zu kleckern.

Essmanieren schön und gut. Es gibt aber auch ein paar Essgewohnheiten, die kleine Kinder noch ganz natürlich an den Tagen legen, die nicht nur schlau sind, sondern sich auch figurtechnisch sehr positiv auswirken. Wenn du leichter werden möchtest, zahlt es sich aus, sich manches von Kindern abzuschauen und (wieder) anzugewöhnen. Schauen wir uns gleich vier davon an:

1. Nein! Das mag ich nicht essen.

Kinder sagen noch frei von der Leber weg, wenn ihnen etwas nicht schmeckt und sie verweigern dieses Essen. Meist mit angewidertem Gesichtsausdruck und im Notfall begleitet von einem schnellen Tränenausbruch oder Wutanfall. Soviel Nachdruck musst du einer Essensablehnung natürlich nicht verleihen.

Aber Fakt ist, viele Frauen neigen dazu, Dinge zu essen, die sie in Wahrheit gar nicht mögen. Aus Höflichkeit. Oder weil das angeblich hilft, dünner zu werden.

Beginnen wir bei der Höflichkeit. Ich mag und vertrage beispielsweise keine scharf gewürzten Speisen – vor allem Chilli ist für mich ein Alptraum. Trotzdem hab ich oft bei irgendwelchen Einladung nicht „Nein, vielen dank.“ dazu gesagt und durfte meine Höflichkeit dann regelmäßig mit einer Gastritis bezahlen. Aua!
Dieses „Lehrgeld“ hat mir aber letztlich sehr geholfen, mehr auf mich und meinen Körper zu hören. Wenn ich etwas – aus welchen Gründen auch immer – nicht essen will, lehne ich das heute dankend ab.

Wie schaut das bei dir aus? Wie oft isst du nur höflichkeitshalber, was dir angeboten wird, obwohl du das Zeug nicht magst oder in dem Moment vielleicht null Lust darauf hast?

Wenn du das nächste Mal in so einer Situation bist, halte einen Moment inne, und denk daran: Es ist dein Körper und du musst nichts essen. Du hast immer die Option, nein zu sagen.

Irgendeine schlaue Frau hat einmal gesagt:

„Nein“ ist ein ganzer Satz.

Heißt: Du musst dich nicht rechtfertigen.

Der Höflichkeit zuliebe hilft allerdings manchmal ein kurzer Nachsatz, so was wie:

  • „Das vertrage ich leider nicht.“ (Unter uns, das ist immer eine gute Ausrede 😇.)
  • „Das schmeckt mir nicht.“
  • „Ich hab gerade überhaupt keinen Hunger.“

Trau dich! Kostet anfangs ein wenig Überwindung. Dir selbst treu zu bleiben, bringt dir allerdings wesentlich mehr als gut dazustehen.

Außerdem neigen viele Frauen mit Abnehmwunsch dazu, Dinge zu essen, nur weil die wenig Kalorien, wenig Fett oder wenig „böse“ Kohlehydrate haben oder die angeblich so gesund sind. Obwohl sie das Zeug gar nicht mögen oder sie gerade gar keinen Appetit darauf haben.

Falls du dieses Phänomen kennst, möchte ich dich dringend einladen, wählerischer zu werden und wirklich nur zu essen, was du magst und wonach dein Körper verlangt.

2. Das Beste kommt zuerst.

Kleine Kinder wollen in aller Regel zuerst das essen, was ihnen am allerbesten schmeckt. Am liebsten die Süßigkeiten vor der Hauptmahlzeit 😊. Auch das sollst du dir nicht unbedingt abschauen. Aber ein Spruch bringt das Ess-Phänomen vieler abnehmwilliger Frauen am schnellsten auf den Punkt:

Wenn ich so richtig Lust auf Schokolade habe, esse ich anstatt der Schokolade eine Banane. Dann einen Paprika, einen Apfel, Reiswaffeln, ein Naturjoghurt, eine Gurke und dann… die Schokolade.

Wenn du wirklich Lust auf etwas hast, iss das. Mit Genuss und ohne schlechtes Gewissen. Du wirst viel schnell zufrieden sein und dich nicht überfressen, wenn du nicht tausend Umwege gehst.

Das gilt auch bei den Dingen, die auf deinem Teller liegen: Wenn du dir das Beste bis zum Schluss aufhebst, wirst du mit höchster Wahrscheinlichkeit alles aufessen – vollkommen egal, ob du vorher schon satt bist oder nicht.
Wenn hingegen nicht mehr das „Highlight“ vor deiner Nase herumtanzt und dir zuruft „Iss mich!“, wird es dir deutlich leichter fallen, auf deinen Körper und dein Sättigungsgefühl zu achten.

3. Ich kann nicht mehr.

Apropos Sättigungsgefühl. Kleine Kinder haben noch nicht den unnatürlichen Drang aufzuessen, obwohl sie längst satt sind. Blöd, wenn sie dazu gezwungen werden, so verlernen sie nämlich mehr und mehr auf ihren Körper zu hören.

In der Praxis erlebe ich oft Frauen, die aus Höflichkeit den Teller immer leer essen – siehe Punkt 1. Viele essen aber auch alles auf, weil sie ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle haben, wenn sie Essen wegschmeißen. Das kann soweit gehen, dass sie den Eiskasten leer essen, nur damit nichts abläuft und im Müll landet.

Wohl müßig zu sagen, dass viele dieser Frauen als Kinder gelernt hab, dass man Essen nicht stehen lässt und Essen nicht wegwirft. Vielleicht kennst auch du den berühmten Sager: „Iss auf. Andere Kinder haben Hunger und wären froh, wenn sie das hätten.“

Ja, ich finde es auch erschütternd, wie viel Essen weggeschmissen wird, während andere hungern. Ja, es macht Sinn, so einzukaufen und das Essen zu portionieren, das nichts oder möglichst wenig im Müll landet.

Aber ehrlich: Es hat NIEMAND etwas davon, wenn du das Essen auf deinen Hüften hast, nur damit der Teller leer ist.
Und: Es hat auch NIEMAND etwas davon, wenn du deinen Körper zum Restlverwerter und zur Mülleimer-Alternative machst.

Möglicherweise wirst du anfangs dem nicht verfutterten Essen und hungernden Menschen gegenüber ein schlechtes Gewissen haben, dafür kannst du ein gutes Gewissen deinem Körper gegenüber haben – und er wird es dir à la longue danken.

4. Kann ich endlich aufstehen?

Kindern wird bekanntlich schnell fad beim Essen. Sobald sie satt sind, wollen sie nichts lieber als aufstehen und etwas viel Spannenderes oder Lustigeres machen. Mal abgesehen davon, dass es manchmal Ewigkeiten dauert und einiges an Überredungskunst kostet, sie überhaupt zum Essen zu bewegen, weil sie mit irgendetwas so beschäftig sind.

Und wir…? Äh! Was besseres als Essen?
Traurig aber wahr, bei uns Erwachsenen ist Essen oft das Highlight. Die Belohnung für einen anstrengenden Arbeitstag. Die Beruhigung vom Alltagsstress. Das gemütliche Beisammensitzen mit unseren Liebsten. Der höchste Genuss. Das Runterschlucken von unangenehmen Gefühlen. Die Ablenkung von Langeweile. Et cetera. Et cetera.

Der schönste Weg, leichter zu werden, ist voller zu leben.
Wenn es in deinem Leben viele andere Highlights, befriedigende Erlebnisse, schöne und erfüllende Erfahrungen und wichtige und interessante Dinge gibt, wird Essen automatisch zu dem, was es ist: Essen. Der Stoff, der dir genug Kraft und Energie bringt für dein Leben. Fertig.

Was sind kleinere oder größere Highlights, die du (wieder) in deinem Alltag einbauen kannst? Was sind Aktivitäten, die du liebst? Was kannst du tun, um wieder mehr kindliche Begeisterung in dein Leben zu bringen?

Lass mich wissen, falls du noch etwas entdeckst, dass du dir von Kindern beim Essen abschauen möchtest.

Dein Anti-Diät Coach

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