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Meine Ess- & Diät-Geschichte und was du daraus lernst

Heute lass ich hier die Hosen runter!
Nicht wörtlich gemeint.

Du bekommst vielmehr einen sehr persönlichen Einblick in meine eigene Ess- und Diätgeschichte. So im Detail kennt die noch kaum jemand. Ich bin introvertiert. Also von Natur aus keine große Plaudertausche und diese Story ist nicht unbedingt eine, mit der ich stolz durch die Gegend laufe.

Ich erzähl dir das, damit du weißt, dass ich so manches aus eigener Erfahrung kenne, was du vielleicht gerade durchmachst – und möchte dir etwas mitgeben.

Der Anfang meiner Ess- & Diät-Gechichte

Mit 15 war ich ein normalgewichtiger Teenager, der sich für zu dick hielt. Schon damals war ich ein Bücherwurm und eines Tages verschlang ich „Siddharta“ von Herman Hesse.

In der Geschichte verlässt der junge Siddharta sein reiches Elternhaus, um in Askese zu leben. Dort lernt er: Jeder kann zaubern, jeder kann seine Ziele erreichen, wenn er denken kann, wenn er warten kann, wenn er fasten kann.

„Was der kann, kann ich auch.“ dachte ich mir. Ich lernte zu fasten. 

Die Magersuchtsphase

Was ich damals angefangen habe, war nicht das, was ich heute unter einer „Fastenkur“ verstehe. Ich hab gehungert. Kaum mehr gegessen.

Mal war es zu Mittag eine trockene Scheibe Brot.
Mal eine Kinderportion nackte Nudeln.
Mal zwei Äpfel.
Das war´s.

Nicht, dass du denkst, dass ich mich in dieser Phase sonst nicht mit Essen beschäftigt hätte. Essen war in meinem Kopf ein Dauerthema!
Nicht nur das: Wenn ich nicht gerade in der Schule war, hab ständig Kochbücher gelesen, stundenlang gebacken – ohne zu naschen versteht sich – und penibel darauf geachtet, dass all andere Mensch um mich herum nur ja genug essen.

Ein halbes Jahr hab ich das durchzogen und nicht gemerkt, dass ich immer SCHRECKLICHER aussah. Irgendwann hatte ich 38 Kilo – bei meiner heutigen Größe.

Ich war magersüchtig (siehe Wikipedia: Anorexia nervosa). In meinem Fall hat ein Sammelsurium an Einflussfaktoren dazu beigetragen – am wenigsten wohl Hermann Hesse und Siddharta .

Eines Tages saßen vier Freundinnen bei mir im Zimmer. Bitterlich heulend!
Sie hätten so Angst, dass ich sterbe, haben sie einvernehmlich geschluchzt.
PENG! Das hat mich wachgerüttelt. Ich hab wieder angefangen zu essen.

Willkommen Jojo!

Ein halbes Jahr später hatte ich 27 Kilo mehr – falls du gerade rechnest: 65. Und wünschte ich wäre so dünn wie mit 15. So begann der Diät-Wahnsinn.

Der Höhepunkt meiner Diät-Geschichte

Während ich Betriebswirtschaft studiert hab, hab ich quasi im Selbststudium alles an Diäten ausprobiert, was der Markt damals her gab. Woran ich mich noch gut erinnere: Ananas-Diät, Hollywood-Diät, Brigitte-Diät, Eier-Diät, Atkins, Fdh, Milch-Semmel Kur und Trennkost.

Mit Sicherheit hab ich ein paar vergessen. Ich war ein Diät-Junkie. Nur das Punktezählen bei Weight Wachters war mir zu mühsam. Wozu auch, ich war ohnehin eine lebende Kalorientabelle.

Nach ein paar Monaten mit vielen Auf und Abs war ich auf 58 Kilo herunten. Aber die restlichen 4-5 Kilos, die ich unbedingt loswerden wollte, klebten an mir wie Motten am Licht.

Denkst du jetzt, „4-5 Kilo, das ist doch lächerlich. Ich kämpfe mit viel mehr.“?
Damit das klar ist: Ich geh davon aus, dass deine Gesundheit nicht durch dein (Über-)Gewicht beeinträchtigt ist – in dem Fall bitte ab zum Arzt oder Diät-Spezialisten.
Bei Anti-Diät geht´s ums Abnehmen, weil du dich in deiner Haut nicht wohlfühlstUnd in dem Fall kann ich dir eines sagen:

Egal um wie viel Kilos es geht. der KAMPF mit Kilos, der KAMPF mit dem eigenen Körper und der KAMPF mit dem Essen ist genau derselbe.
Glaub mir, es gibt Frauen, die wegen ein oder zwei Kilo in diesem Teufelskreis stecken und fürchterlich darunter leider – auch wenn das für dich lächerlich klingt. Aber zurück zu meiner Geschichte.

In dieser Zeit hab ich mich entweder kasteit oder UNMENGEN gegessen.
Typisch Diät-Phase eben!

Bei ein paar Heißhungerattacken hab ich so viel gesessen, dass ich mich nachher gezwungen hab, zu kotzen. Ich spar dir die Details. Dem Himmel sei dank, kann ich extrem schlecht erbrechen. Sonst wäre ich vielleicht bulimisch (siehe Wikipedia: Bulimie) auch noch geworden.

Oh ja, ich hab es auch mit Zwang zum Sport versucht. Mehr oder weniger regelmäßig bin ich brav laufen gegangen, obwohl ich laufen nicht ausstehen kann – bis heute nicht.
Eine Zeitlang hab ich mir sogar die Oberschenkel mit Klarsichtfolie umwickelt, damit ich beim Laufen stärker schwitze und mehr Gewicht verliere. Hahaha!

Damals war ich noch eine kleine Party-Maus (lange ist´s her ?), war viel unterwegs und hat jede Menge Spaß. Nach außen hin immer der Sonnenschein. Aber innerlich hat jede Diät ordentlich an mir genagt – an meinem Selbstbewusstsein, meinem Selbstvertrauen und meinem Selbstwert.

In dieser Phase gab´s keinen großen Peng, der alles verändert hat. Doch mit der Zeit wurde mir eines immer klarer: Diäten funktionieren NICHT!

Zumindest nicht, um dauerhaft abzunehmen.

Die Junk-Food Phase

Nach dem Ende meines Studium – das der BWL und das der Diäten – war ich fünf Jahre in einer internationalen Werbeagentur als Kundenberaterin. Eigentlich ein Traumjob: kreativ, innovativ und abwechslungsreich. Nicht zu vergessen: arbeitsintensiv. Sehr arbeitsintensiv.

Die Zeit war lustig, viele meiner Kollegin und Kunden waren großartig und ich nach herkömmlichen Maßstäben erfolgreich. Aber auf Dauer war der Job einfach nicht meins – ich unglücklich.

Und ich hab null – NULL – auf mich geschaut: vor lauter Arbeit monatelange keinen Sport gemacht, geraucht wie ein Schlot und mich von Tankstellen-Junkfood ernährt. Mein Privatleben war beschränkt auf kurz fernsehen, dabei essen und dann schlafen.

Ein kleiner Einblick in einen üblichen Ernährungstag:
Eiskaltes Cola-Light zum Frühstück – mit Tschick (= östter. Zigarette) versteht sich. Am Vormittag Unmengen an Kaffee –  genauer gesagt, päckchenweise gesüsstes Nescafe Cappucino-Pulver. Zu Mittag ein großer Topenstrudel und ein paar Äpfel. Am Nachmittag wieder Cola und Cappucino-Pulver. Das Highlight spät abends aufgewärmte Tiefkühlpizza und Schoki.
Sonst noch Fragen?

Nach den fünf Jahren Werbung war ich kurz vorm Burn-Out. Oft erschöpft und lustlos, Meine Emotionen tief im Keller vergraben. Wieder mal weit entfernt davon, mich in meiner Haut wohlzufühlen – und das lag beim besten Willen nicht nur an 4-5 Kilos zuviel.

Auch hier kam irgendwann die Erkenntnis: Das kann nicht alles sein!
Ich muss was verändern. Und zwar grundlegend.

Das Ende der Diät-Geschichte

1999 nahm ich all meinen Mut zusammen, schmiss meinen Job hin und machte mich auf den Weg. Ich hab unzählige Ratgeber verschlungen, Ausbildungen gemacht, Seminare besucht, Selbsthilfeprogramme absolviert, mit einem Coach gearbeitet und stundenlang meditiert. Zunächst mit dem Ziel, mich zu verändern. Das hat nicht funktioniert, zumindest nicht auf Dauer. Die Lösung war viel naheliegender:

Werde du selbst: Finde heraus,
 wer du wirklich bist,
was du wirklich willst und was dir wirklich Freude macht.

Ich hab mich auf eine Entdeckungsreise zu mir selbst gemacht:
ENDLICH aufgehört gegen mich selbst zu kämpfen. Angefangen Frieden zu schließen mit mir, meinem Körper, meinem Gewicht und dem Essen. Angefangen in jeder Hinsicht mehr von dem zu tun, was ich liebe, mehr so zu leben, wie ich leben möchte, und mehr auf meine innere Stimme und meinen Körper zu hören.

Beruflich hab ich eine totale Kehrtwende gemacht. Aber das ist eine andere Geschichte. Über meinen weiteren Ausbildungs- und Berufsverlauf kannst du hier nachlesen: Diplome, Zeugnisse und berufliche Erfahrung. bitte!

Die Experimentierphase

Was das Essen anbelangt, hab ich seither viel ausprobiert:

Durch meine Fitnesstrainer & Health-Trainer Ausbildungen hab ich mich ausführlich mit „gesunder“ und bewusster Ernährung auseinandergesetzt und damit herumexperimentiert. Langsam aber sicher hab ich mein ganzes Diät-Denken ablegt. Ich hab nicht mehr gegessen oder nicht gegessen, in der Hoffnung dadurch abzunehmen, sondern um mich wohl zu fühlen und fit zu sein.

Plus: Ich hab Sport gemacht, der mir so RICHTIG Spaß gemacht hat.

Dank Lebensberaterausbildung hab ich einiges über das Thema Sucht gelernt und mich mit meiner eigenen Suchtstory auseinandergesetzt. Mit diesem Wissen plus Ernährungs-Know-How hab ich locker einen Zuckerentzug geschafft. Ich esse bis heute wenig davon. Alles, was ich in meiner Werbezeit geliiiiiiiebt und gebraucht habe, ist mir heute viel zu Süß.

Noch viel wichtiger: Ich musste mich mit meiner Gefühlswelt und meinen Emotionen auseinandersetzen und lernen, gut damit umzugehen. Im Klartext heißt das, ich musste mit dem Essen nichts mehr runterschlucken.

Ich weiß gar nicht mehr, wann´s genau passiert, aber auf einmal hatte ich mein Ideal- und Wunschgewicht und das hab ich mit 1-2 Kilo auf und ab seit 15 Jahren.

Mit verschiedenen Ernährungsarten hab ich aus Neugier und Interesse weiterexperimentiert:

Während meiner Shiatsu Ausbildung hab ich mich weitgehend nach der TCM-Ernährung (TCM = Traditionelle Chinesische Medizin ) ernährt.

Durch Yoga und die Yogaleherausbildung kam Ayurveda – die indische Ernährungslehre dazu – das war am wenigsten meines, weil ich kein Gewürz-Mensch bin. Klassisch Yoga, hab ich ein paar Jahre vegetarisch gelebt und einige Zeit sogar vegan. Bis ich gemerkt hab, dass mir das nicht gut tut.

Und heute

Seit ein paar Jahren hab ich gar kein bestimmtes Ernährungskonzept mehr. Ich vertraue, höre und achte ich auf meinen Körper und seine Bedürfnisse – zumindest die meiste Zeit, Ich bin mir viel bewusster über die Zusammenhänge von Körper, Seele und Geiste und darüber, was es heißt, Mensch und Frau zu sein. Und kann viel besser damit umgehen. Ich esse, was mir schmeckt und gut tut – soviel ich eben gerade brauche.

Gelegentlich esse ich aus Lust und Laune viel zu viel oder mich überfällt eine Heißhungerattacke, aber ich fühle mich deswegen nicht mehr schlecht und schuldig.

Außerdem bin ich heikel geworden. Es gibt vieles, das ich nicht esse. Nicht so wie früher, weil ich denke, dass ich das nicht essen darf, sondern weil ich es nicht essen will:
a.) weil es mir nicht (mehr) schmeckt.
b.) weil es mir spürbar nicht gut tut.
c.) weil es mal ein niedliches Gesicht hatte.

That´s it. Eine lange und recht intensive Ess- & Diät-Geschichte mit Happy End.

Was du daraus lernst

Die Story hab ich dir erzählt, weil du wissen sollst, dass ich ganz schön in der Sch***** gesteckt bin und einen Weg herausgefunden hab. Und das wirst du auch!

Ein Satz ist dir hoffentlich ins Auge gesprungen. Sicherheitshalber wiederhole ich in hier, denn es ist das Wichtigste, was du aus meiner Story lernen kannst:

DIÄTEN funktionieren NICHT, wenn du ABNEHMEN möchtest!

Ich werde dir hier noch oft genug erzählen, WARUM nicht. 

Aber von heute an kannst du dir keine Selbstvorwürfe mehr machen, weil bei dir wieder einmal eine Diät nicht funktioniert hat, OHNE an mich zu denken! Ein leises Stimmchen wird in deinem Kopf sein und dir zuflüstern:

Die Su hat mal gesagt, Diäten funktionieren nicht. Vielleicht ist es ja gar nicht meine Schuld, dass das einfach nicht klappt.

Halleluja!

Du musst mit Sicherheit nicht all das machen, was ich gemacht habe, um abzunehmen. Da kann ich dich beruhigen.

  1. Mein Ausgangspunkt ist nicht dein Ausgangspunkt.
  2. Mein Weg ist nicht dein Weg.
  3. Ich kenne heute viele Wege und viele Abkürzungen ? und die zeig ich dir sehr sehr gerne.

Was dir allerdings nicht erspart bleibt, zumindest wenn du im Flow – auf entspannte und glücklich Weise – abnehmen möchtest: dich mit dir auseinanderzusetzen – bewusster zu werden.
Nicht nur, und oft sogar am wenigsten, was das Thema Essen anbelangt. Sondern vielmehr, darüber, was dich selbst anbelangt: Dein Wesen. Deinen Körper. Deine Gedanken. Deine Gefühle.

Das ist nicht immer nur ein Honiglecken! Zahlt sich aber aus:
Du wirst nicht nur zu deinem Wohlfühlgewicht finden. Du wirst dich insgesamt viel wohler fühlen in deiner Haut fühlen. Glücklicher und erfüllter sein. Kein „besserer“ Mensch, sondern mehr und mehr, ganz du selbst – so wie du wirklich bist.

Dein Anti-Diät Coach
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